Information zum geplanten Biowärmezentrum der Stadtwerke Göttingen

Die Ratsgruppe findet sich um 20 Uhr im Sitzungsraum 1118 im Neuen Rathaus ein. Zu Gast ist Herr Rappenecker und Herr Ritter, die über das geplante Biowärmezentrum informieren. Niels unterstützt als Experte für Energie-Themen die Piraten und hat sich hierfür in das Spezialthema eingearbeitet.

Mit dem geplanten Heizwerk soll durch den Einsatz eines Holzhackschnitzelkessels der Anteil erneuerbarer Energien in der Fernwärmeversorgung der Göttinger Innenstadt auf über 50% gesteigert werden. Neben dieser erprobten Technik soll eine innovative Holzvergaser- oder auch Pyrolyseanlage errichtet werden, die das Luxemburger Unternehmen Boson Energy SA für einen zweijährigen Testbetrieb installiert. Die Testphase wird von der HAWK Göttingen wissenschaftlich begleitet

Herr Rappenecker stellt das Projekt anhand einer Powerpoint-Präsentation vor.

Die Stadtwerke versorgen mit ihrem Fernwärmenetz hauptsächlich öffentliche Gebäude wie etwa das Felix-Klein-Gymnasium, die BBS III, das Deutsche Theater, die Lokhalle und einige mehr. Auch Wohngebiete, etwa im Bereich Zietenterrassen oder Kiesseekarree werden versorgt. Fernwärme sei zukunftsfähig aber dennoch kein Massengeschäft. Zur Zeit gebe es drei Heizkraftwerke in der Godehardtstraße, am Kiesseekarree und auf den Zietenterrassen. Erstere seien Anlagen aus den 90er Jahren, das Blockheizkraftwerk auf den Zietenterrassen aus dem Jahr 2010. Alle seien defizitär, die Förderung hierfür laufe 2021 aus. Alles drei BHKW werden seit 2010 mit Biogas befeuert, wobei 20 Prozent Rohbiogas verwendet werden und etwa zu 12 Prozent Biomethan.

Zwar sei die Fernwärme eine mögliche Ablösestrategie für andere System aber nur mit einem niedrigen Primärwärmefaktor, der gesetzlich bevorzugt werde. Gerade für Bauherren sei der Punkt ausschlaggebend, denn je niedriger der PWF, desto weniger müsse man dämmen, was sich wiederum auf die Baukosten auswirke.

Herr Rappenecker betont, dass die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte gegeben sein müsse. Dabei sei eine Rendite über sechs Prozent nötig. Das nun geplante Projekt bewältige sicherlich nicht alle Herausforderungen der Zukunft, sei aber momentan für Göttingen genau richtig.

Für die Holzhackschnitzelkessel des Werks sollen außer Rohholz nur leicht behandelte Hölzer verwendet werden, also ohne Chlorverbindungen, keine Lacke, keine Bahnschwellen. Vorwiegend soll Holz aus der Region Göttingen verwendet werden. Es habe bereits ein Gutachten der HAWK zum Verfahren gegeben, die das Projekt auch weiter begleiten werde. Dies sei eine einmalige Chance auf günstige Wärme mit einem äußerst geringen Risiko in jeder Hinsicht.

Die Stadtwerke hätten mit der Boson Energy SA einen Partner gefunden, der noch Geld hinzugibt, um so das Pyrolyseverfahren erforschen zu können. Für die Stadtwerke sei die Pyrolyse nur der Nebenschauplatz. Boson habe bereits in einer kleineren Anlage in Schweden hierzu erfolgreich geforscht und wolle nun das Produkt zu marktreife kriegen. Die Stadtwerke profitierten von der Miete, die sie von der Firma bekommen und von der Energie die erzeugt werde. Durch die Zahlung von 700 000 Euro am Anfang sei die Rendite gut.

Niels fragt nach, ob dies unabhängig davon gelte, ob die Forschung erfolgreich sei oder nicht.

Herr Rappenecker bejaht das. Wenn das gut laufe, habe man zusätzlich die Option auf eine weitere Zusammenarbeit und damit auf ein neues Geschäftsfeld.

Herr Rappenecker führt weiter aus, dass auch durch die HAWK geprüft worden sei, ob man überhaupt über genug Holz verfüge. Im Landkreis Göttingen fallen 140 000 Tonnen Holz an zur Vermarktung. Ungefähr die Hälfte würde vor Ort genutzt, der Rest werde exportiert. Es bestehe also keine Enge auf diesem Markt. Auch die preisliche Entwicklung sei seit 10 Jahren etwa unverändert. Im Gegensatz zu Preisveränderungen etwa bei Erdgas, sei das Preisniveau konstant und damit gut kalkulierbar.

Das Projekt laufe folgendermaßen: Boson baut das Werk auf und trägt das gesamte technische Risiko. Die Stadtwerke stellen Rohstoffe und Personal. Das Ganze seit zunächst auf zwei Jahre geplant, stelle sich dann kein Erfolg ein, erfolge ein Rückbau ebenfalls durch die Boson. Man habe auch eine Bürgschaft abgeschlossen, sollte das Werk wider Erwarten pleite gehen. Insofern könne man von geringem bis gar keinem Risiko sprechen. In Bezug auf das Vergabeverfahren habe man geprüft, inwieweit eine öffentliche Ausschreibung nötig gewesen sei. Jedoch sei das Spezialwissen der Firma Boson hier ausschlaggebend gewesen. Man habe hierzu europaweit abgefragt, ohne eine Rückmeldung zu erhalten.

In Bezug auf die Umweltauflagen und technische Vorkehrungen in Hinsicht auf Feinstaub habe es ebenfalls ein Gutachten von Herrn Professor Loewen von der HAWK gegeben. Dieser beschäftige sich mit dem Thema Pyrolyse schon länger und man könne davon ausgehen, dass es sich nicht um ein Gefälligkeitsgutachten handele.

Francisco fragt, ob das Vorgängerwerk der Firma Boson in Stockholm seinen Standort in der Stadt gehabt habe. Dies wird bestätigt.

Niels fragt nach der weiteren wissenschaftlichen Betreuung des Projektes. Herr Rappenecker erwidert, die weitere Betreuung werde durch Herrn Professor Loewen durchgeführt. ER werde auch beim öffentlichen Termin zur Vorstellung des Projektes am 01.11. im Ratssaal dabei sein.

Herr Rappenecker führt weiter aus, dass man mehrere Standorte geprüft habe: am Maschmühlenweg, Bahnhofsallee, GVZ und in der Nähe des Finanzamtes. Letztlich habe man sich für den Standort Maschmühlenweg/Hildebrandtstraße entschieden.

Helena fragt nach der Größe des Gebäudes und erhält zur Antwort, dass man ca. 4800 qm Größe plane. Herr Rappenecker ergänzt, dass man ein solches Werk im Gewerbegebiet bauen möchte, weil man einen Fernwärmeanschluss benötige und gute Anbindungen zur Autobahn. Außerdem wolle man keine Belastung von Anwohnern durch den anfallenden Verkehr. Das besagte Grundstück erfülle alle diese Kriterien.

Herr Ritter erklärt, dass man nicht mit einer großartigen Lärmentwicklung rechnen müsse, es gehe um ca. 13 LKW pro Tag, aus einem Umkreis von 30 bis 50 km kämen, die hauptsächlich Altholz zuliefern. Es gebe keine Geruchs- und Staubbelästigung, da die Emissionen bereits innerhalb des Werks abgesaugt werden. Der Verladevorgang für das Holz liege bei 10 bis 15 Minuten.

Dana fragt nach den Überresten nach der Verbrennung.

Herr Ritter erklärt, die Container für die Asche stünden im Gebäude drin. Es bleibe nicht viel über, man gehe von 500 bis 700 Tonnen Asche pro Jahr aus.

Niels fragt, ob dies bei der Pyrolyse ebenso sei, oder ob dies ohnehin Forschungsgegenstand sei.

Herr Ritter erklärt, dies sei vergleichbar, schließlich sei ja das Ziel möglichst wenig Kohlenstoff ungenutzt wieder abzugeben, denn somit gebe man ja kostbare Energie weg.

Niels fragt nach einem möglichen Risiko durch die hohe Betriebstemperatur bei der Pyrolyse.

Herr Ritter erklärt, hierfür werde eine spezielle Auskleidung im Werk angefertigt, durch eine Ofenbaufirma, die darauf spezialisiert sei. Die Firma brauche selbstverständlich die Erfahrungen, wie werde das so verbrannt, dass der Rohstoff optimal genutzt werde.

Herr Rappenecker fügt hinzu, dass verschieden Aschesorten entstünden, wovon der große Anteil gut zu entsorgen sei, etwa durch Nutzung im Straßenbau. Bei Rostasche müsse man achtsam sein und Elektrofilterasche müsse wie Sondermüll entsorgt werden.

Herr Rappenecker fährt fort in der Präsentation und kommt nun zu den Emissionen. Das Gewerbeaufsichtsamt genehmige und kontrolliere das Werk nach dem BimSChV (Bundesimmissionenschutzverordnung). Hierbei werden kontinuierlich Gesamtstaub, Kohlenmonoxid, Gesamtkohlenstoff, Stickoxide gemessen. Für den Fall, dass man Probleme mit den Stickoxiden bekommen könnte, sei eine Harnstoffeindüsung geplant.

Dioxine und Furane sind Chlorverbindungen, welche nur auf Basis von Chlorspuren im Holz entstehen könnten. Dies seien bei Altholz sehr gering. Außerdem habe man ein vierstufiges Sicherheitskonzept und vertraue nur auf zertifizierte Lieferanten.

Es soll regelmäßig kontrolliert werden. Bei einem Verbrennungsprozess mit 1000 Grad würden Dioxine zerstört. Eine hundertprozentige Abdeckung gebe es nie, aber zu 99 Prozent sei man auf der sicheren Seite.

Es habe hierzu Diskussionen im Vorfeld gegeben auch Fragen von Seiten der Politik. Das Gas, welches bei dem Verbrennungsprozess entstehe, werde in eine Sekundärbrennkammer geleitet, wo dann die Giftstoffe letztlich „gecrackt“ werden. Selbst wenn also Temperaturen unterlaufen würden – etwa beim Hoch- und Runterfahren habe man Gefahren durch den Sekundärkessel abgewendet. Damit sei für ihn die Diskussion aus der Welt. Die Pyrolyse wiederum könne erst dann betrieben werden, wenn der Holzkessel Betriebstemperatur erreicht habe. Bei Bedarf könne zusätzlich eine Messung im Abgaskamin installiert werden, er sei jedoch nicht dafür, wenn das Gewerbeaufsichtsamt dies nicht fordere. Dies sei durchaus ein Kostenfaktor und sollte auch nur dann installiert werden, wenn benötigt.

Herr Ritter merkt an, dass die gesetzlichen Werte hierzu aus Müllverbrennungsanlagen kämen. Im Holzbereich seien Abgasmessungen im Kamin nicht Standard. Er merkt an, dass er aus eigener Erfahrung wisse, wie streng die Kontrollen seien. Wenn man bei Verbrennungsanlagen Werte übersteige, habe das harte Konsequenzen bis zur Schließung einer Anlage. Überschreitungen würden zudem in einem Register geführt.

Niels erklärt, ihm erscheine es so, dass das Umweltbundesamt die Entstehung von einer ganzen Bandbreite von organischen Rückständen bei der Pyrolyse noch nicht richtig einordnen könne und vieles noch unklar sei.

Herr Rappenecker erwidert, er richte sich da ganz nach dem Gewerbeaufsichtsamt.

Francisco fragt, wie regelmäßig Kontrollen des Brennmaterials geplant sind.

Herr Ritter antwortet, es sollen in unregelmäßigen Abständen Proben definiert werden, die dann analysiert werden. Je nachdem, ob etwas gefunden werde, müssten die Zeitabstände angepasst werden.

Herr Rappenecker ergänzt, eigentlich solle jede Charge überprüft werden. Herr Ritter fügt an, dass dies in der Verantwortung des Gewerbeaufsichtsamts liege. Natürlich würden die Probezeiträume enger, wenn etwas gefunden werde.

Herr Rappenecker geht auf Fragen zur Lärmentwicklung ein. Er führt aus, dass man nachts von etwa 45 Dezibel ausgehe und tagsüber von ca. 60.

Helena fragt, wo die Lärmmessung vorgenommen werde.

Herr Ritter erklärt, solche Lärmmessungen nehme man an der Grundstücksgrenze vor.

Herr Rappenecker zieht für das Vorhaben insgesamt ein positives Resümee. Das Projekt könne eine notwendige Ablösung vorantreiben von anderen Energieformen. Es sei ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Man könne 7000 Tonnen Co2 einsparen. Auch wenn dies Vergleich zu den 180 000 Tonnen aller Haushalte wenig sei, sei es trotzdem sinnvoll. Als Stadtwerke müsse man viele Faktoren gleichzeitig im Blick haben: Es gehe um Daseinsvorsorge unter wirtschaftlichen Randbedingungen. Gleichzeitig müsse man aber auch helfen politische Ziele zu verfolgen, etwa Klimaschutzziele erreichen, die man ja auch selber mit entwickelt habe. Hierfür müsse man alles probieren. Selten habe es eine solch gute Kombination aller Faktoren gegeben, wir in diesem Fall.

Francisco merkt an, dass vor allem die mangelnde Transparenz bei diesem Verfahren kritisch gesehen werde. Die Klimaziele erkenne man selbstverständlich an. Was die geplante Infoveranstaltung angehe, sei man nicht ganz einverstanden mit der Besetzung des Podiums.

Herr Rappenecker erklärt, es seien kurzfristige Absprachen möglich hinsichtlich der Besetzung. Allerdings seien fast alle Beteiligten neutral, aus seiner Sicht.

Francisco erklärt, als politische Vertreter müsse man sich zunächst mal eine Meinung bilden, was durchaus dauern könne. Man nehme geäußerte Bedenken hinsichtlich des Pyrolyse-Werks sehr ernst. Es nütze ja auch niemandem etwas, wenn viel Energie in ein Projekt reingesteckt werde, was dann scheitere. Es sei kein gutes Vorgehen, dass der Aufsichtsrat Entscheidungen solcher Tragweite beschließe, ohne dass es eine Information der Öffentlichkeit gebe.

Herr Rappenecker erwidert, er werde den OB dazu fragen, rechne jedoch nicht mit einer positiven Antwort. Man müsse auch an die Gesellschafter denken.

Dana und Helena erklären, bei so wichtigen Entscheidungen müsse man frühzeitig Informationen erhalten können. Solche Dinge aus der Presse zu erfahren gehe nicht.

Herr Rappenecker stellt fest, dass er sich an die Regeln gehalten habe. Einen Tag nach der Aufsichtsratssitzung seien E-Mails an die Fraktionen rausgegangen. Leider sei dabei wohl etwas schief gegangen und eine alte E-Mail-Adresse der Ratsgruppe verwendet worden. Dies sei nun aber korrigiert.

Dana weist darauf hin, dass die aktuellen Kontaktdaten überall, auch auf der Homepage der Stadt hinterlegt seien.

Herr Rappenecker erklärt, man werde sich zukünftig um bessere Kommunikation bemühen. Er sei allerdings auch nicht erfreut gewesen, dass ein Fraktionsvorsitzender gleich damit zur Presse gelaufen sei.

Niels fragt, ob in der Anlage nur reine Holzschnitzel verarbeitet werden sollen oder auch Laub.

Herr Rappenecker antwortet, dass nur 1a Holz verwendet werden soll. Auch für den Holzkessel.

Herr Ritter ergänzt, die Pyrolyse werde mit waldfrischem Holz durchgeführt, Laub und anderes werde raus gesiebt.

Niels erklärt, er habe „Pro Baum“ kontaktiert und die Information erhalten, dass es unterschiedliche Hackschnitzelqualitäten gebe.

Herr Ritter erklärt, die Anlage bekomme eine Genehmigung nur für bestimmte Holzqualitäten. Man wolle eine normierte Qualität. Es sollen nur hochwertige Waldhackschnitzel verwendet werden, keine Nadeln und keine Blätter. Auch für den Holzkessel solle sauberes Material verwendet werden, etwa naturbelassenes Holz, Paletten. Etc. Man sei auch mit „ProBaum“ in Kontakt und werde mit denen zusammenarbeiten. Auch aus Gründen der lokalen Wertschöpfung.

Niels fragt, ob für sämtliche Berechnungen der Primärenergiefaktor von 0.2 zu Grunde gelegt wurde.

Herr Ritter erklärt, der PEF sei unerlässlich, er sage aus, wie viel benötigt werde von der Entstehung bis zum Energieträger.

Niels erklärt, aus seinen Recherchen habe sich aber ergeben, dass dieser PEF aber bei Holz eher ein unsicherer Faktor sei. In der Schweiz etwa würde man einen Wert von 0,5 zugrunde legen, weil dort ein gewisser Verdrängungsfaktor mit eingerechnet wird. Was mache man, wenn bei der nächsten Anpassung der PEF hoch gesetzt werde, fragt er.

Herr Rappenecker erklärt, dass er nicht davon ausgehe, aber eine solche Anpassung würde das Projekt auch nicht „killen“. Die Berechnung rechne mit dem maximalen Erfolg der jetzt zustande käme. Der PEF sei sicher nicht homogen. Bei einem höheren Faktor sei auch zugrunde gelegt, dass Holz nicht ausreichend vor Ort vorhanden sei. Das sei aber hier in Göttingen nicht das Problem.

Niels erklärt, das wohl das Biomasse-Problem in der Fläche nicht gut abgebildet werde. Es könne in der Zukunft auch mehr angesetzt werden.

Herr Ritter erklärt, er habe in der Vergangenheit durchaus erlebt, was passiere, wenn Gesetze aktiv werden. Dieses Risiko bestünde immer.

Herr Rappenecker ergänzt, das ein gewisses Risiko für alle in der Branche bestehe.

Niels gibt zu Bedenken, besonders bei Holz seien aber Abweichungen drin und die Berechnungsgrundlage damit unklar. Wenn sich nun beispielsweise die Politik einmische und andere Werte festgelegt würden, könne man ein böse Überraschung erleben.

Herr Ritter erklärt, der Erfolg des Projektes spiele zunächst eine untergeordnete Rolle. Man erlebe gerade eine Verdrängung im Bereich Erdgaswärme gegen Holzwärme. Die Chance sei aber da, dass sich da etwas ändere.

Herr Rappenecker fügt hinzu, dass man, was die Transportwege angehe, in einer günstigen Position sei. Das Risiko schätze er somit gering ein.

Francisco fragt, ob es einen „Plan B“ gebe, falls das Projekt keine so große Mehrheit finde, wie es erwartet wird.

Herr Rappenecker erwidert, er sei von dem Projekt überzeugt. Wenn dagegen entschieden werde, dann werde man eben wieder ein BHKW hinstellen, was mit Biogas betrieben werde. Wobei Biogas, seiner Ansicht nach, ein Auslaufmodell sei, zumal es keine weitere Förderung hierfür gebe.

Dana fragt nach der Lebenszeit des geplanten Holzschnitzelkraftwerks. Herr Ritter antwortet, man rechne mit einer Lebenszeit von 20 bis 30 Jahren.

Helena fragt, wie lange der Bau des Werks dauern werde.

Herr Rappenecker erwidert, dies gehe sehr flott. In etwa einem halben Jahr könne das stehen.

Dana fragt nach dem „Worst Case“, was also im schlimmsten Fall bei einem Unfall passieren könne.

Herr Ritter und Herr Rappenecker sind sich einig, dass der schlimmste Fall das Abbrennen des Werks sein könne. Die Holzkessel seien keine Druckkessel, es bestehe keine Explosionsgefahr.

Niels fragt, was denn im besten Falle zu erwarten sei, inwieweit das Vorhaben mit der vorhandenen Biomasse eskalierbar sei. Sei ein weiterer Kessel denkbar?

Herr Rappenecker erklärt, hierzu müsse man den Markt beobachten. Seiner Einschätzung nach, sei aber höchstens eine weitere Anlagevorstellbar.

Herr Ritter fügt hinzu, eine weitere Anlage müsse dann weniger Stunden laufen. Die Erdgasverbrennung sei konkurrenzlos billig und eine einfache und schnell regulierbare Technologie.

Francisco fragt, warum die Anlage hier gebaut werde und nicht in Schweden.

Herr Ritter erwidert, diese Entscheidung sei rein von Personen abhängig, also von Kontakten unter Betreibern und Experten. Das Projekt existiere schon länger und sollte zunächst an einem anderen Standort verwirklicht werden. Göttingen sei im Endeffekt der ideale Standort, da es auch verkehrstechnisch gut liege.

Herr Rappenecker verweist erneut darauf, dass auch ausreichend Holz vor Ort sei.

Herr Ritter erklärt, es handele sich um eine Pilotanlage, die dann bei Erfolg werbewirksam vermarktet werden könne.

Francisco fragt, ob die Biodiversität des Waldes durch die Holzentnahme Schaden nehmen könne.

Herr Ritter und Herr Rappenecker verneinen das. Man kaufe lediglich einen Anteil des Holzes, was bei ganz normaler Waldbewirtschaftung anfalle. Herr Rappenecker stellt klar, dass niemand zusätzlich Holz schlagen müsse um den Bedarf zu decken. Im Gegenteil sei es so, dass man Holz abnehme was ansonsten exportiert werde. Somit sei dies eher ein Gewinn für die Ökobilanz.

Francisco fragt, inwieweit man aber in den Markt eingreife.

Herr Ritter erklärt, man spreche etwas von 8000 Tonnen Holz pro Jahr, dies sei kein großer Eingriff. Hauptziel des Projekts sei ohnehin nicht Deutschland, insofern könne man auch davon ausgehen, dass es nicht mehr werde. Der Zuwachs sei riesengroß.

Herr Rappenecker betont, das Projekt sei eine gute Lösung aber nicht langfristig gedacht. Hier sei eventuell von anderen Projekten mehr zu erwarten, etwa von der Geothermie.

Die Sitzung endet um 21:45 Uhr.

41. Protokoll der Ratsgruppensitzung am 18.10.2017

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