Die PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe hält die im Umweltausschuss am 28. Februar 2017 mehrheitlich beschlossenen und mit 10.000 Euro veranschlagten Maßnahmen am Akazienweg [1] für wenig zielführend. Insbesondere die geplante Straßenverengung im Bereich der Kleingärten erscheint unnötig.

Nachdem die SPD beantragt hatte, „Maßnahmen zur weiteren Verkehrsreduzierung des Akazienweges zu treffen“ und etwas gegen hohe Geschwindigkeiten im morgendlichen Schleichweg-Berufsverkehr zu unternehmen, hatte die Verwaltung nicht viel mehr als aufmunternde Worte zu bieten.
Die SPD beschrieb eine nach Ansicht der PIRATEN durchaus zutreffende Situation, wonach der in Nordrichtung fließende morgendliche Ausweichverkehr der überlasteten Reinhäuser Landstraße im Akazienweg häufig die von rechts aus den Nebenstraßen Am Mühlengraben und Am Markgraben kommenden Kfz und Fahrräder übersieht und ihnen die Vorfahrt nimmt. Dieser Situation steht die Verwaltung völlig hilflos gegenüber. Warnschilder, Info-Schilder oder Haltlinien anzubringen sei an Rechts-vor-Links-Kreuzungen nicht erlaubt. Gegen die Raserei schlägt die Verwaltung Tempo-30-Straßenmarkierungen vor. Diese gibt es jedoch schon, sie helfen nicht im Berufsverkehr.

Überraschend schlägt die Verwaltung zudem vor, eine aufwendige Straßenverengung zwischen den beiden Zugängen zu den Kleingartenanlagen im Nordabschnitt des Akazienweges zu bauen. Kosten: 10.000 Euro. Der Abschnitt ist als zweispurige Einbahnstraße ausgewiesen, jedoch halten sich nicht alle an die Regelung. Deklariert wird die fragwürdige Baumaßnahme als Querungshilfe. Eine Fußgängerquerungshilfe zwischen den Eingängen zweier Kleingärten wird morgens um halb acht auf dieser ansonsten sehr schwach befahrenen Straße sicherlich nicht gebraucht. Ob sich das verbotswidrige Fahren gegen die Einbahnstraße dadurch verhindern lässt, ist sehr fraglich.

„Wir halten den Bau der Straßenverengung im Einbahnstraßenbereich für eine Verschwendung öffentlicher Gelder. Autofahrer, die hier verbotswidrig gegen die Einbahnstraße fahren, werden das auch weiterhin tun. Sie müssen lediglich eine Kurve mehr in Kauf nehmen“, so Francisco Welter-Schultes, Vorsitzender der PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe.
„An vielen Stellen befinden sich Radwege in einem fürchterlichen Zustand und müssten dringend saniert werden, und hier fließt plötzlich das Geld in völlig unnötige Baumaßnahmen.“

PIRATEN und Linke hatten im Dezember [2] darum gebeten zu prüfen, ob eine temporäre morgendliche Sperrung mittels einer Schranke im Bereich der Kleingärten möglich sei. Nur diese wäre in der Lage, den Schleichverkehr wirksam zu stoppen und das im SPD-Antrag angesprochene Hauptproblem tatsächlich zu lösen. Eine solche Prüfung fand jedoch nicht statt.


Quellen

[1] Umweltausschuss, 28.2.2017
https://ratsinfo.goettingen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=14429

[2] Bauauschuss, 8.12.2016
https://ratsinfo.goettingen.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=96630

 

Südbereich des Akazienweges mit zwar nicht mehr ganz frischer, aber dennoch erkennbarer Tempo-30-Markierung. Auf den morgendlichen Berufsverkehr machen solche Markierungen wenig Eindruck – erst recht nicht dann, wenn das hintere Fahrzeug dicht auffährt und drängt.

 

 

PIRATEN bewerten Straßenverengung am Akazienweg als Geldverschwendung

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