Die PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe möchte, dass die Wirtschaftswege durch die Felder zukünftig nicht mehr mit Asphaltdecken versehen werden, sondern mit Spurbahnen aus Beton. Dies soll beispielsweise in der südlichen Geismarer Feldmark geschehen, wo laut Vorlagen der Verwaltung zum Radverkehrsentwicklungsplan ein geschotterter Feldweg zwischen Geismar (Im Bruche) und dem Gartetal demnächst ausgebaut werden soll. Das Göttinger Stadtgebiet reicht im Landschaftsschutzgebiet Leinetal südlich von Geismar bis ins Gartetal.

Die Gruppe hat hierzu einen Antrag für die Ratssitzung am Freitag den 15.9.2017 eingereicht. Spurbahnen sind Fahrspurbefestigungen aus Beton, die sowohl für landwirtschaftliche Fahrzeuge als auch zum Radfahren geeignet sind. Zwischen den betonierten Fahrspuren befindet sich ein Grünstreifen mit Mittelbewuchs. Diese Art der Feldwegbefestigung gilt als ökologisch verträglicher, landschaftsgerecht und haltbarer als der Bau asphaltierter Straßen. Auch die Unterhaltungskosten sind niedriger.

„Wir wollen, dass die Stadt im ländlichen Bereich mehr Rücksicht auf ökologische Belange nimmt und unnötige Flächenversiegelungen vermeidet. Feldwege in voller Breite zu versiegeln ist nicht mehr zeitgemäß, schon gar nicht in einem Landschaftsschutzgebiet. Spurbahnen haben sich bewährt und schonen die Umwelt“, so Francisco Welter-Schultes, Vorsitzender der Ratsgruppe.

Schon in der DDR wurden viele landwirtschaftliche Wege aus Kostengründen als Spurbahnen angelegt. Erst später stellte sich deren ökologische Überlegenheit gegenüber der Vollversiegelung mit Asphalt heraus.

Bislang wurden in der Göttinger Feldmark die wassergebundenen Feldwege bei einem Ausbau entweder durch betonierte oder asphaltierte Straßen ersetzt. Auch die „Straße“ Im Bruche, die durch das Landschaftsschutzgebiet Leinetal führt, wurde so ausgebaut.
Die damit verbundene Flächenversiegelung stellt eine Barriere für viele Kleintiere dar. Spurbahnen sind in der Regel 80 cm breit (Mittelstreifen 90 cm) und reduzieren die geschlossene Wegefläche gegenüber einem Vollausbau mit 3,0 m Breite um fast 50 %. Für viele Kleinsäuger und Bodeninsekten verringert sich dadurch die Barrierewirkung.

Antrag:
„Kriterien für den Ausbau von Wirtschaftswegen der südlichen Feldmark für den Radverkehr“

Fotos:

Vollasphaltierter Feldweg „Im Bruche“ südlich von Geismar. Südlich der beiden im Hintergrund
sichtbaren Bäume setzt sich der Weg als Schotterweg fort und soll demnächst ausgebaut werden.

Ein als Spurbahn ausgebauter Feldweg in Baden-Württemberg.

PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe für ökologisch sensiblen Ausbau von Wirtschaftswegen in der Feldmark

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