Die Ratsgruppe spricht sich bei der Gestaltung der Fassade für den Entwurf des Architektenbüros soll sasse (Dortmund) aus, da dieser der aktuellen Fassade des „Kachelofens“ am nächsten kommt. Darüber hinaus lässt sich dieser Entwurf, im Gegensatz zum Publikumsliebling, einfacher in die Rahmenkonzepte einarbeiten. Der Hamburger Entwurf greift durch seine Stelenreihe zu sehr in das Umfeld ein.

Außerdem ist es nicht hinnehmbar, dass eine Kostenvorgabe derart weit überschritten wird. Ziel des Vergabeverfahrens ist es schließlich, einen Entwurf auszuwählen, der sich nicht nur am besten in die Umgebung einfügt, sondern der auch finanziell realisierbar ist. Die Stadt kann nicht einfach von einem Budget abweichen, das bei der Mehrheitsentscheidung des Rates von der Verwaltung angegeben wurde. Wäre das Budget nach oben hin so flexibel, wie es für diesen Entwurf notwendig wäre und wie es nötig wäre, wenn sich keiner an die Kostenvorgaben gehalten hätte, hätte man auch gleich realistisch über einen Neubau nachdenken und diesen ernsthaft zur Diskussion stellen können.

Die Ratsgruppe fragt sich, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass ein Entwurf vorgestellt und veröffentlicht wird, der den Kostenrahmen so derart sprengt, und warum die Verwaltung nicht vorher eingegriffen hat.

Bei der Rahmenplanung spricht sich die Ratsgruppe für den Entwurf des Architekturbüros Cityförster (Hannover) aus, das auch bei den Göttingern am besten abgeschnitten hat. Die Begrünung, die Verkehrsberuhigung, die Erweiterung der Grünfläche vor dem Deutschen Theater, der Fokus auf vor allem Fußgänger und Radfahrer sowie die gute Verbindung zwischen den beiden Wallteilen hat die Ratsgruppe überzeugt.

Kritik übt die Ratsgruppe an der Auswahl der Büros, die ihre Fassadenentwürfe einreichen durften, und von denen ein Büro sich zudem nicht an die fiinanziellen Rahmenvorgaben gehalten hat. So bleiben nur noch zwei Entwürfe zur Auswahl. Zu wenig, um demokratische Entscheidungsprozesse in der Bevölkerung anzuregen, findet die Ratsgruppe.

Das Auswahlverfahren war zudem nicht nur intransparent, sondern auch undurchdacht. Es ergibt nach Ansicht der Ratsgruppe von vornherein keinen Sinn, die optische Gestaltung und die Gestaltung des Vorplatzes völlig voneinander zu trennen und die Auftragsvergabe so zu organisieren, dass die beiden Ausgestaltungsvorschläge nicht miteinander koordiniert werden können. Der Vorplatz sollte die Elemente der Fassade aufgreifen und das Ensemble aus Vorplatz und Halle sollte ein harmonisches Ganzes bilden. Beauftragt man gleichzeitig zwei völlig unterschiedliche Büros, ohne dass das eine Büro den Vorschlag des anderen Büros aufgreifen kann, entsteht ein unkoordiniert und unprofessionell wirkendes Gesamtwerk, unter dem auch die Aufenthaltsqualität leiden wird.

Stellungnahme der PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe zur Stadthalle

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